Sommerzeit ist Lesezeit!?

August 16, 2012

Für Statistiker ist das nicht Neues: Der Umsatz von Büchern in Deutschland ist abhängig von der Wetterlage. Doch gilt dies auch für den Buchkauf im Internet? Soeben erschien eine neue Studie, die diesen Erfahrungswert speziell auf dem Onlinemarkt überprüft hat.

Das kommende Wochenende soll hochsommerlich heiß werden. Halb Deutschland wird folglich die Badehose, ein Handtuch und ein gutes Buch einpacken und die Seen stürmen. Ist es da nicht naheliegend, dass viele der Sonnenpilger, in Ermangelung einer passenden Lektüre, auf dem Weg ins Grüne noch eben beim Buchhändler vorbeischauen, um dort den Umsatz spontan in die Höhe zu treiben? Weit gefehlt, sagt der Buchhandel. Schon seit den 80ern weiß man über die Wetterabhängigkeit des (Buch-)Konsumverhaltens der Deutschen Bescheid: In der Bundesrepublik werden vor allem dann Bücher im Laden gekauft, wenn es draußen grau und kühl, aber trocken ist.

Rechtzeitig zum Hitzestart veröffentlicht Christoph Kaeder, WebShop Manager von Lehmanns, eine Statistik, die zeigt: Die Wetterfühligkeit der Deutschen gilt erstaunlicherweise genauso für Kaufentscheidungen im Internet. Auch Online wird vor allem dann zugeschlagen, wenn sich die analoge Welt recht unwirtlich zwischen null und zehn Grad eingependelt hat. Weder bei Frost noch bei großer Hitze wird in Deutschland offenbar viel an Bücher gedacht, so das interessante Ergebnis der Studie.

 

Spannend wäre sicherlich, gerade beim Zusammenhang von Onlinegeschäft und Wetterlage, noch einmal genauer zwischen stationärer und mobiler Kaufsituation zu unterscheiden. Es könnte doch sein, dass Besitzer eines stets so hochgelobten kontrastreichen (= strandtauglichen) E-Ink-Readers ihre E-Books mit Vorliebe direkt von der Liegewiese aus „ordern“. Dazu muss der Internetempfang am Badesee allerdings gut sein – sonst bleibt nur der Blick auf die anderen Badegäste.

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