Unser Redakteur war im Rahmen der Buchtage Berlin auf der AKEP-Jahrestagung 2012 und erlebte dort eine offene und kollegiale Atmosphäre, die vom gemeinsamen Wunsch geprägt war, die Zukunft der Verlagsbranche zu erfassen und mitzugestalten. Die Eröffnungsrede „Die Zukunft des Buchstabenverkaufs – professionell publizieren im Zeitalter der digitalen, sozialen Vernetzung“ hielt Sascha Lobo. Hier der Bericht unseres Redakteurs:  

Vierzehn Thesen über die „Zukunft des Buchstabenverkaufs“

Sascha Lobo habe es satt, so sagt er in seiner unverwechselbaren Art, den Verlagen immer wieder aus der Position des Beraters heraus erklären zu müssen, was zu tun sei, um für die Zukunft des Buchstabenverkaufs gewappnet zu sein. Auf der AKEP-Jahrestagung 2012 (dem zentralen jährlichen Treffen des „Arbeitskreises elektronisches Publizieren im Börsenverein des Deutschen Buchhandels“) gibt er deshalb die Beobachtungshaltung auf und kündigt am Ende seines Eröffnungsvortrages ein wenig überraschend an, mit der Gründung eines eigenen Verlages, seine Ideen endlich konsequent in die Tat umsetzen zu wollen.

Sascha Lobo ist sicherlich einer der bekanntesten Vordenker, Experten und Moderatoren des digitalen Wandels innerhalb der Publikationswelt, sein roter Irokesen-Haarschnitt ist längst zum Marken- und Erkennungszeichen geworden. Diesen Bekanntheitsgrad hat er sich durch nahezu unheimliche Geschäftigkeit als Medienwissenschaftler, Publizist, Blogger und Twitterer, als Vortragender und ja, auch nicht zuletzt, als klassischer Buchautor erworben. Zudem ist er einer, der sich freimütig in die heißen Diskussionen der Zeit einklinkt, einer, der seine Meinung sagt, seine Position vertritt, auch dann, wenn das dem jeweiligen Auditorium nicht immer gefällt. Genau deshalb wird er aber auch so gerne für Vorträge gebucht: weil er sich eben traut, sich erst schemenhaft abzeichnende Entwicklungen in knackige Worte zu fassen und mit heißen (manchmal auch heißblütigen) Thesen, sein Publikum zu verblüffen.

Und nun gibt er also, natürlich nicht ganz ohne Augenzwinkern, bekannt, die Seiten wechseln und, zusammen mit Partnern wie Christoph Kappes, einen eigenen Verlag gründen zu wollen. Dieser solle „Sobooks“ heißen und „nicht vor Ende des Jahres“ an den Start gehen. Wer Lobos Prokrastinations-Standardwerk „Dinge geregelt kriegen – ohne einen Funken Selbstdisziplin“ gelesen hat, weiß, was der Berufsirokese damit meint. Dennoch, sollte „Sobooks“ wirklich an den Start gehen, wird es ein hochinteressantes Unternehmen sein, beruht dessen Firmenphilosophie doch auf 14 provokanten Thesen zur Zukunft des Verlagswesens, die Lobo zum Opening der Jahrestagung in Berlin vorstellte.

Darunter finden sich (für Brancheninterne) so atemberaubende Ideen wie „Das ‚Produkt Buch’ müsse zum ‚Buch als Service’ werden“, der Produktpreis müsse langfristig gegen Null gehen, dafür werde in Zukunft ein Finanzierungsmodell über den Service „drumherum“ gebraucht. Die Integration von Multimedia, bislang oft als Allheilmittel für digitales Publizieren gehandelt, löse dagegen nicht das Problem, schaffe aber neue Zielgruppen. Des Weiteren gehörten Aufbau und Pflege von Autorencommunities sowie die Bereitstellung von adäquaten Präsentationskanälen für lebendige Inhalte unbedingt zum Serviceangebot. Texte der Zukunft werden, so Lobo, prozessual, veränderbar und lebendig gestaltet sein, die Interaktion zwischen Autor und Leser werde enorm an Bedeutung zunehmen, bis schließlich die Grenze zwischen beiden Sphären verschwimmen werde. Hinzu kommt Lobos Idee der Social Reading Experience, der Möglichkeit nämlich, direkt beim Lesen mit anderen Lesern in Kontakt treten, Kommentare abgeben und teilen sowie Empfehlungen aussprechen zu können.

Ein „Buch“, das wird in Zukunft vielleicht am Besten beschrieben werden als der Ort, an dem (viele) Leser und Autoren (gleichzeitig) interagierend zusammenkommen. Im Grunde genommen ist diese These aber gar nicht so neu, auch wenn sie bisher wenig (öffentlich) diskutiert wurde. Sie deckt sich beispielsweise weitestgehend mit der Idee vom „Buch der Zukunft als sozialer Ort“ des „institutes for the future of the book“, die ich hier bereits vorgestellt hatte.

Die Frage aber, die sich vor allem im Zusammenhang der AKEP-Jahrestagung stellte, war doch: Was bedeutet denn eine solche Zukunftsperspektive für die Verlagslandschaft? Nun, zum einen lässt sich sicher sagen, Verlage werden auch in Zukunft gebraucht werden. Zum Beispiel als diejenige Institution, die den Zugang zu jenem sozialen Ort, formerly known as „book“,  auf einer speziell dafür vorgesehenen Plattform bereitstellt, als Trägermedium und Servicekraft und als diejenige Position, die die Inszenierung einer Geschichte vorantreibt, die den Zusammenhang herstellt, Heimathafen und fester Ankerplatz ist für den sich im Fließen und im Sich-Verändern begriffenen Text.

An dieser Stelle angekommen, gebe ich zu, dieses Modell ist nach wie vor reichlich abstrakt, viele weiße Bereiche im losen Gedankenkonstrukt gilt es sicher in den kommenden Jahren noch zu Füllen. Auch bleiben genug bange Fragen: Welche Art von Texten werden wir in Zukunft von diesen sozialen Orten zu erwarten haben? Gibt es oder braucht es “Kontrollinstanzen” für die Entwicklung einer Geschichte? Wer bändigt in Zukunft Trolle, Shitstorms und Konsorten? Sascha Lobo würde vermutlich empfehlen, was er auch als Reaktion auf das Thema Piraterie vorschlägt: Einfach ignorieren! Das spare Geld und man schlafe besser. Man müsse schlichtweg hinnehmen, dass es in der (digitalen) Gesellschaft „10 bis 15% Arschlöcher“ gebe. Diese seien selbiges aber glücklicherweise in der Regel nur temporär. Mit etwas Geduld könne sich das Problem von alleine lösen.

Ohnehin gibt es dringendere Fragen. Werden Verlage in Zukunft tatsächlich nicht mehr viel mehr als „Buchstabenverkäufer“ darstellen? Vorbei die Zeit der Mitgestaltung einer kulturellen Literaturszene? Und ja, ohne empörten Urhebern der Gegenwart zu nahe treten zu wollen, wie alle diese (von vielen Akteuren gemeinsam geschaffenen) Geschichten der Zukunft mit einem Urheberrecht in Einklang zu bringen sein könnten, das wird eine richtig harte Nuss. Erleben wir auch beim Medium Buch die endgültige Abkehr von der Vorstellung des originären Geniegedankens (seit dem 18. Jahrhundert personifiziert durch den Autor, bald in freundlicher Beratung durch seinen Lektor/Verleger) hin zur schwarmschlau sich selbst bildenden und kontrollierenden Massenkontribution?

Wer will diese Fragen schon beantworten? Wer traut sich an eine solche Prognose heran? Aber genau deshalb wird er ja auch immer wieder so gerne eingeladen, der Herr Sascha Lobo, weil er, ich wiederhole mich, sich eben traut, sich erst schemenhaft abzeichnende Entwicklungen in knackige Worte zu fassen. Aber diesmal haben wir ein ganz besonderes Versprechen bekommen: Wir werden sehen, ob uns „sobooks“ als Modell des neuen Publizierens die Augen öffnen kann. Spannend wird es allemal. Insofern wünschen wir Herrn Lobo viel Erfolg bei der Umsetzung seiner Idee.

Christian Sachseneder

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Ratgeber in Bewegung

June 14, 2012

Neue Formate für die Internetgesellschaft
Die Internetplattform Pink University mischt mit einem neuen Format die Ratgeberbranche auf und verspricht ein neuartiges, zeitgemäßes Lernangebot: Sie bietet Ratgeber im Videoformat zu den Themen Beruf und Karriere, Führung, Verkaufen, Gesundheit und Freizeit sowie betriebliche Weiterbildung für Firmenkunden – und bereitet damit dem klassischen Ratgeber in Buchform direkte Konkurrenz. Die Pink University setzt damit noch konsequenter um, was sich schon seit vielen Jahrzehnten im Telekolleg bewährt hat, und greift so einen nicht zu übersehenden Trend auf, denn immer mehr Gebrauchs- oder andere Anleitungen werden inzwischen als Video angeboten. Britta Kroker, Geschäftsführerin von Managementbuch.de, ehemalige Verlagsleiterin von Campus und damit verantwortlich für den Bestseller „Simplify your life“, hat Pink University 2011 gemeinsam mit Murmann-Verleger Sven Murmann ins Leben gerufen und damit schon für einige Aufmerksamkeit gesorgt. Anfang 2012 berichtete das Handelsblatt ausführlich über das Start-up, das angetreten ist, um den Ratgebermarkt zu revolutionieren: Vollmundig verspricht Pink University bessere Lernerfolge, als sie ein gedruckter Ratgeber bieten könne.

Was bietet die Pink University?
Pink University ist ein Weiterbildungsportal, das Videokurse von bekannten Autoren und Trainern anbietet. Geskriptet und für das Medium Video aufbereitet werden die Inhalte von Verlagsredakteuren. Der Nutzer kann Kurse oder Seminare buchen, die er jederzeit und so oft er möchte anschauen kann. Die Seminare umfassen acht bis zwölf Kurseinheiten, die einzelnen Kurse sind abgeschlossene Lerneinheiten und dauern je ca. zehn Minuten. Das Angebot orientiert sich an der klassischen Präsenzschulung, da die Video-Lectures das Lernen quasi von Angesicht zu Angesicht ermöglichen. Außerdem erhalten die Nutzer Checklisten, Auszüge und Zusammenfassungen zum Nachschlagen und als Umsetzungshilfen.

Die Zukunft des Ratgebermarktes?
Crossmediale Angebote sind im Trend. Apple beispielsweise wendet sich mit „iBooks 2“, einer App für interaktive und multimediale Lehrbücher, an Schüler und Studenten, wenn auch kritische Stimmen gerade in diesem Bereich vor einer Monopolisierung warnen. Ob die klassische Ratgeberliteratur gänzlich durch Anbieter wie Pink University ersetzt werden kann, darf jedoch bezweifelt werden. Ein mehrere Hundert Seiten umfassendes Buch wird mit Sicherheit immer mehr Tiefe und Reflexion bieten können, als ein wenige Stunden umfassendes Videoseminar, und die teilweise gegenüber Büchern verhältnismäßig hohen Preise dürften die Zielgruppe bei manchen Themen etwas eingrenzen. Unleugbar ist das Studium von Lernvideos aber deutlich bequemer und unmittelbarer, erleichtert so den Zugang zu den Inhalten und erhöht möglicherweise auch die Aufnahmebereitschaft – und es erfordert schlicht weniger Zeit. Vielleicht entspricht das Lernen per Video damit einer neuen digitalen Lebensweise und könnte durchaus ein Modell für die Zukunft werden. Aus meiner Sicht drängt sich jedenfalls eine Verbindung der Videoformate mit anderen Medien bzw. die Kooperation mit anderen Content-Anbietern förmlich auf; so könnte das Angebot beispielsweise die E-Book-Ausgaben klassischer Ratgeber ergänzen. Entsprechend gab es im Mai dieses Jahres bereits eine gemeinsame Reihe von Bild.de und Pink University zu den Spielregeln der Gehaltsverhandlung, und Kroker plant laut dem Handelsblatt für die Zukunft auch eine Zusammenarbeit mit Ratgeberverlagen.

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Aller Anfang ist schwer

Ein Buch zu schreiben, ist ein großes Abenteuer. Je nach Genre ringt der Autor mit Recherchen, Argumentationen, Figurenzeichnungen oder den eigenen psychischen Abgründen. Doch irgendwann ist es vollbracht, der letzte Satz ist geschrieben, die letzte Durchsicht vollendet: Das Manuskript ist fertig. Für alle, die ihr Werk nicht aus reiner Freude am literarischen Schaffen, zur Aufarbeitung oder Selbstreinigung zu Papier gebracht haben, ist der nächste logische Schritt die Suche nach einem geeigneten Partner, mit dessen Hilfe das Buch veröffentlicht werden kann, kurz: nach einem Verlag. In Deutschland gibt es mehrere Tausend Verlage, und doch gestaltet sich die Unterbringung auch eines sehr gelungenen Manuskriptes in einem Verlagsprogramm oftmals sehr mühsam. Warum ist das so?

Die Verlagslandschaft

Unser Buchmarkt ist heiß umkämpft. Den Löwenanteil der Gewinne, die erwirtschaftet werden können, streichen alljährlich die wenigen Bestseller ein, Qualitäts- und Nischenverlage haben es oft schwer, die Aufmerksamkeit der Kunden und die begehrten Regalplätze im Buchhandel, gerade bei den monopolisierten Ketten, zu ergattern. Die meisten Verlage sind deshalb auf eine strikte Programmplanung angewiesen, die wenig Spielraum lässt. Veröffentlicht wird, was (so hofft man) der Masse gefällt. Denn jede Veröffentlichung bedeutet zunächst eine finanzielle Investition und damit neben der Chance auf Gewinn ein erhebliches wirtschaftliches Risiko, da der Erfolg beim Publikum auch für erfahrene Verleger stets ein unberechenbarer Faktor bleibt. Bei vielen Titeln, die tatsächlich auf den Markt kommen, handelt es sich deshalb um lange bestellte Auftragsarbeiten arrivierter oder auf anderen Gebieten prominenter Autoren. Für innovative, eigenwillige Projekte und unbekannte Autoren bestehen bei den großen Programmverlagen hingegen geringe Chancen.

So findet der Topf seinen Deckel

Finden Sie also Ihre Nische! Das wichtigste Kriterium bei der Auswahl der Verlage, denen Sie Ihr Manuskript anbieten, ist, dass der Verlag zu Ihnen und Ihrem Manuskript passt. Stöbern Sie im Internet, in den entsprechenden Regalen Ihres Lieblingsbuchhändlers (der Ihnen übrigens als Branchenkenner auch noch den einen oder anderen Tipp geben kann), streifen Sie über die Buchmessen in Leipzig und Frankfurt und studieren Sie Novitätenlisten, Vorschauen und Backlists. So werden Sie sicher geeignete Umfelder für Ihr Manuskript finden. Das mag banal klingen, ist jedoch für Ihre Chance, wahrgenommen zu werden, essenziell: Ein Lektor wird ein wahllos eingesandtes, unpassendes Manuskript – völlig ungeachtet seiner Qualität – in der Regel rundweg ablehnen und sich über die Zeitverschwendung ärgern. Wenn Sie unsicher sind, ist es allemal besser, sich vorab noch einmal telefonisch zu erkundigen.

Das Manuskript ins rechte Licht rücken

Ein Manuskript einzureichen, gleicht einem Bewerbungsverfahren: Eine gute Präsentation ist das A und O, der erste Eindruck zählt. Wenn Sie die Verlagsmitarbeiter für Ihr Werk gewinnen wollen, erleichtern Sie ihnen den Zugang zu Ihrem Projekt: Ein freundliches Anschreiben, das Ihr Anliegen präzise beschreibt, kann Ihnen bereits so manche Tür öffnen. Legen Sie ein Exposé bei, aus dem Genre, Zielgruppe, Handlungskonzeption und Umfang sowie Ausstattungsmerkmale wie geplante Abbildungen klar hervorgehen. Eine repräsentative Leseprobe dient als Visitenkarte für Ihren Stil und Ausdruck und kann die Atmosphäre Ihres Textes vermitteln.

Immer mit der Ruhe

Auch wenn Sie all dies beachten, müssen Sie aber damit rechnen, dass einige Wochen ins Land gehen, bis Sie einen Bescheid bekommen. In den meisten Verlagen treffen jährlich Hunderte von Manuskripten ein, die geprüft und bewertet werden wollen. Bleiben Sie also geduldig und lassen Sie sich vor allem nicht entmutigen, sollte es zunächst überwiegend Absagen hageln: Hat Ihr Manuskript das Interesse eines Lektors geweckt, wird er sich mit seiner Rückmeldung Zeit lassen, bis er sich intensiver mit Ihrem Werk auseinandergesetzt und es möglicherweise einem Entscheidungsgremium vorgestellt hat.

Literaturtipp
Weiterführenden Rat für die Verlagssuche bieten Ihnen Bücher wie das von Sandra Uschtrin und Heribert Hinrichs herausgegebene Standardwerk „Handbuch für Autorinnen und Autoren“ oder mein Ratgeber „Wie biete ich ein Manuskript an“.

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Alle wollen grün sein

In Deutschland hat sich in den letzten Jahren ein starkes ökologisches Bewusstsein etabliert. Begriffe wie „Klimawandel“ oder „Energiewende“ sind in aller Munde. Immer häufiger bekommt man den Eindruck, alle wollen irgendwie ein bisschen „grün“ sein. So müssen sich auch Märkte und Unternehmen von der Öffentlichkeit die Frage gefallen lassen, wie ökologisch nachhaltig sie wirtschaften und wie umweltschonend die von ihnen hergestellten Produkte sind. Selbiges gilt natürlich auch für den Buchmarkt. Denn so wertvoll das Medium Buch auch ist – bei rund 100 000 Neuerscheinungen pro Jahr allein in Deutschland zeigt sich schon so manches Sorgenfältchen angesichts der Frage nach dem Rohstoffverbrauch. Nicht wenige sehen deshalb das digitale Buch als Lösung des Problems.

Der Antagonismus ist tot. Es lebe der Antagonismus!

Man sieht schon – auch hier kommt der gerne postulierte Antagonismus „elektronisches vs. gedrucktes Buch“ ins Spiel, zu dem ich mich ja bereits in einem meiner letzten Einträge geäußert habe. Lässt man aber die Prämisse einmal gelten, dass das elektronische und das gedruckte Buch Gegenspieler sind, so drängt sich schnell die Frage auf: Wird sich das E-Book in Zukunft allein deshalb durchsetzen können, ja müssen, weil es die unter ökologischen Gesichtspunkten bessere Publikationsform ist?

Leichtes Spiel fürs E-Book?

Auf den ersten Blick hat das E-Book leichtes Spiel, ein solches Kräftemessen für sich zu entscheiden – schließlich muss ja zur Produktion eines E-Books kein einziger Baum gefällt werden. Aber ist dem wirklich so?

Beschäftigt man sich eingehender mit der Frage, wie ökologisch nachhaltig E-Books sind, wird schnell klar, dass die Ökobilanz keineswegs so positiv ausfällt wie erwartet. Schließlich werden für die Herstellung der elektronischen Lesegeräte in großem Maße Rohstoffe und Energie verbraucht:  bis zu 15 kg Mineralien, circa 300 l Wasser und 100 kw/h Energie werden zur Produktion eines einzigen Tablets benötigt. Was dabei besonders ins Gewicht fällt: Mineralien sind fossile Rohstoffe, die nur begrenzt zur Verfügung stehen und vom Menschen nicht ersetzt werden können.

Demgegenüber handelt es sich bei Papier, der bekanntermaßen primären Ressource zur Herstellung eines gedruckten Buches, um einen nachwachsenden Rohstoff. Dennoch – in Deutsch­land werden jedes Jahr mehr als zehn Tonnen Primärfaser, die direkt aus Holz gewonnen werden, für die gesamte Papierproduktion (also von Büchern, Zeitungen, Zeitschriften und Werbematerialien) benötigt – eine ganze Menge Holz.

Bilanz 1:50

Stellt man die benötigten Rohstoffe einander gegenüber, so ergibt sich, dass die Herstellung eines elektronischen Lesegerätes etwa 40- bis 50- mal mehr Brennstoffe, Wasser, Mineralien und Energie benötigt als die eines gedruckten Buches. Umgekehrt heißt das, dass beim Download des 50. E-Books der Ressourcenverbrauch dem eines Printexemplars entspricht. Dies hieße, dass das E-Book erst ab dem 51. Download als Sieger aus dem Öko-Wettstreit hervorginge.

Remis

Neben diesen Zahlen und Fakten, die man detailliert in dem informativen Artikel „Grüner lesen“ im Börsenblatt (Ausgabe vom 09.02.2012) nachlesen kann, gibt es aber eine ganze Reihe weiterer Faktoren, die die Entscheidbarkeit dieser Frage verkomplizieren. Man denke zum Beispiel an Folgendes: In der Regel werden von Printbüchern gewaltige Auflagen produziert. Was sich nicht verkaufen lässt, landet unter Umständen als Remittende im Altpapier. Das Problem der Überproduktion gibt es dagegen bei E-Books nicht. Dafür stellt sich, wie bei allen elektronischen Geräten, die Frage nach der Entsorgung defekter Lesegeräte.

Ein weiterer Aspekt: Gedruckte Bücher sind wesentlich haltbarer und daher zumeist langlebiger als E-Books. Darüber hinaus können sie verliehen, verschenkt und vererbt werden, sodass mehrere Leser in den Genuss der Lektüre kommen. Da Haltbarkeit, Weitergabe und Recycling aber variable Kriterien sind, die nicht so einfach mathematisch summiert werden können, gestaltet sich eine fundierte Gesamtbilanz schwierig.

So bleibt im ökologischen Wettstreit nur ein unbefriedigendes Remis und die Gewissheit, dass die aufgeworfene Fragestellung in unserem grünen Deutschland ganz sicher nicht vergessen, sondern lediglich vertagt ist.

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Ein multimedialer Geburtstag

Das renommierte Ausstellungshaus C/O Berlin, das seit 2005 im ehemaligen Postfuhramt in der Oranienburger Straße in Berlin-Mitte beheimatet ist, bot 2009 den Rahmen für eine ungewöhnliche Ausstellung. Denn die von mehr als 10 000 Menschen besuchte Schau verdankte ihre Existenz einem Buch. Wie durch den Veranstaltungsort schon deutlich sein dürfte – schließlich steht C/O Berlin vor allem für zeitgenössische Fotografie –, ging es aber nicht um eine besonders wertvolle Bibelausgabe oder ein anderes Artefakt eines vergangenen Jahrhunderts. Das Buch, das hier präsentiert wurde, war erst einen Monat zuvor erschienen. Und es hatte keine religiöse Bedeutung, sondern inszenierte ein alltägliches Thema: Haare.

Hinter all dem steckte der Geburtstag einer Marke. Schwarzkopf, Dachmarke des Henkel-Konzerns für Haarpflege-Produkte, wurde 111 – und beschenkte sich selbst mit einem Buch, das ohne den Einsatz und die Möglichkeiten des Konzerns wohl niemals entstanden wäre. Dieses Buch wurde zunächst auf einer exklusiven Veranstaltung präsentiert, anschließend wurden die Fotografien im NRW-Forum in Düsseldorf sowie bei C/O Berlin ausgestellt.

Modernes Mäzenatentum

Dies zeigt die wachsende Bedeutung des Corporate Publishing, von der ich vor einigen Monaten schon einmal berichtet habe. Es ist aber zugleich ein gutes Beispiel dafür, wie ein Jubiläumsbuch wirken kann, ohne werblich zu sein. „We love hair“ – so der Titel der Schwarzkopf-Schrift – ist nämlich nicht etwa ein Katalog oder einfach eine Darstellung der Firmenhistorie. Vielmehr beleuchtet das Buch das Thema Haar aus verschiedenen Blickwinkeln. So gibt es zum Beispiel Beiträge von Schriftstellern wie Nick Hornby und Benjamin von Stuckrad-Barre sowie Fotostrecken von Starfotografen wie Gabo, Karl Lagerfeld und Russell James.

Schwarzkopf beschränkt sich dabei auf die Rolle desjenigen, der diese künstlerischen Auseinandersetzungen ermöglicht. Man kann das – vielleicht etwas überspitzt – in der Tradition des Mäzenatentums früherer Jahrhunderte sehen. Ergebnis ist eine Win-win-Situation für die Gesellschaft als Ganze und das einzelne Unternehmen. So profitiert die Öffentlichkeit davon, dass Werke von großer Qualität und Originalität geschaffen werden – Werke, die, wie sich gezeigt hat, viele Menschen ansprechen. Die Besucher der Ausstellung bei C/O Berlin kamen ja nicht, weil Schwarzkopf Geburtstag hatte, sondern sie kamen, weil sie die künstlerischen Fotografien von Lagerfeld und anderen sehen wollten.

Die Marke als Persönlichkeit

Schwarzkopf selbst hat natürlich auch etwas von seinem Buch. Erstens lässt sich mit dem Buch, mit der großen Abendveranstaltung zu seiner Präsentation und mit den begleitenden Ausstellungen viel Aufmerksamkeit erzeugen. Zweitens wird die Marke aber auch durch die Inhalte emotional aufgeladen. Die Verknüpfung mit Menschen, Themen und Bildern verleiht ihr zusätzliche Bedeutung. Wenn Schwarzkopf ein Buch herausgibt, in dem die kulturellen Aspekte der Haarmode thematisiert werden, signalisiert das, dass es dem Unternehmen nicht nur um den Verkauf von Shampoos und Spülungen geht, dass es sich vielmehr auch für Kulturgeschichte interessiert und hierzu etwas zu sagen hat. Potentielle Kunden können also feststellen, dass sie dieses Interesse mit dem Unternehmen teilen.

Etwas Ähnliches gilt für die Kooperationspartner: Eine Kooperation mit Karl Lagerfeld macht deutlich, dass Schwarzkopf dessen Arbeit schätzt und gerne mit ihm zusammenarbeitet. Hinzu kommt, dass auch Lagerfeld die Zusammenarbeit mit Schwarzkopf zu schätzen scheint. Als Leser des Buches oder Besucher der Ausstellung nehmen wir die Wertschätzung des Mode-Zaren gegenüber der Marke wahr – und so wie wir den Freunden unserer Freunde einen Vertrauensvorschuss entgegenbringen, „erbt“ Schwarzkopf durch die Kooperation einen Teil unserer Einstellung gegenüber Lagerfeld. Eine Veröffentlichung zeigt drittens aber auch, dass ein Unternehmen überhaupt in der Lage ist, eine solche Realität werden zu lassen. Die Qualität der Veröffentlichung ist dabei ein Indikator für die Qualität der Unternehmensleistung im Kerngeschäft. Und viertens schließlich schätzt die Öffentlichkeit den mäzenatischen Aspekt einer nicht vorrangig werblichen Veröffentlichung. Bei Büchern verbindet sich dies noch zusätzlich mit dem kulturellen Nimbus, den das Medium genießt. Gerade im Buch wird deshalb wenig Werbliches erwartet – was Unternehmen eine besondere Chance bietet, sich in der beschriebenen Weise über Themen zu profilieren.

Ein Jubiläumsbuch wirkt indirekt – indem es die „Persönlichkeit“ einer Marke stärkt. Deshalb ist es wichtig, die Themen eines solchen Buches bewusst auszuwählen. Sie müssen allgemein genug sein, um den Eindruck des Werblichen auszuschließen – und dem Unternehmen zugleich hinreichend naheliegen, dass es einen Transfer von Emotionen und Kompetenzen auf die Marke geben kann. Die Konzeption eines guten Corporate Books ist deshalb eine Kunst.

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Der 23. April 2012 sollte ein ganz besonderer Tag werden. Seit 1995 feiert die Buchbranche, nach einer Idee der UNESCO, an diesem Datum den Welttag des Buches. Aus diesem Anlass werden in deutschen Buchhandlungen schon seit mehreren Jahren eigens verfasste Geschichten an Schüler verschenkt. „Ich schenk Dir eine Geschichte“ sollte es in diesem Jahr aber nicht nur für Kinder und Jugendliche heißen; initiiert durch ein ambitioniertes Bündnis aus Börsenverein, Verlagen und Sponsoren wurde für 2012 die Aktion „Lesefreunde“ ins Leben gerufen. 33.333 Menschen durften sich im Internet registrieren und bekamen jeweils ein Paket mit 30 Exemplaren eines zuvor aus einer Liste ausgewählten Bestsellers – zum Verschenken!

Die Idee stammt aus Großbritannien, wo bereits im letzten Jahr auf der „World Book Night“ Bücher mit umwerfendem Erfolg unter die Lesefreunde gebracht wurden. Nun waren also auch Deutschland und die USA mit einer spektakulären Aktion dabei, um das Buch wieder in die Mitte der Gesellschaft zu rücken, um gezielt Leseförderung zu betreiben und dabei auch diejenigen zu erreichen, die üblicherweise selten oder gar nicht lesen. Ein lobenswertes Ansinnen, denn die vielen Diskussionen um die Zukunft der Verlags- und Buchhandelsbranche lassen viel zu oft eines in den Hintergrund treten: Die Lust am Buch bzw. die Freude am Lesen! Beides liegt uns als Verlagsmenschen und Lesefreunde selbstverständlich am Herzen. Deshalb habe auch ich mich, wie einige der Kolleginnen und Kollegen des Frieling-Verlages, als Buchschenker registrieren lassen.

Die Registrierung lief reibungslos. Die Auswahl des richtigen Buches war dagegen schon schwieriger. Entscheide ich mich eher für ein Buch, das ich selbst für einige vergnügliche Lesestunden spontan aus dem Regal gegriffen hätte, oder eher für eines, mit dem sich auch Lesemuffel vermeintlich leicht von den Vorzügen der Literatur überzeugen lassen: Siegfried Lenz, Umberto Eco, Jane Austen, oder doch Stephenie Meyer? Lyrik, feingeistiger Roman oder Krimi, die Liste der möglichen Geschenkbücher war vielfältig und hochkarätig besetzt. (Die vollständige Liste gibt es auf der Homepage des Welttages zur Einsichtnahme.) Das beliebteste Geschenkbuch war laut Börsenblatt übrigens Daniel Kehlmanns „Die Vermessung der Welt“, gefolgt von Nele Neuhaus’ Bestseller-Krimi „Schneewittchen muss sterben“.

Hat man sich für ein Buch entschieden, stellt sich natürlich die Frage: Wie und vor allem wo bringe ich die Bücher unters Volk – per Verteiler im Kollegenkreis, persönlich überreicht an ausgewählte Freunde, Bekannte oder Verwandte, oder einfach spontan im Lieblingskaffee, in der U-Bahn oder vor dem Blumenladen an der Ecke? Aus meiner Erfahrung kann ich übrigens berichten, dass es gar nicht so leicht ist, dieser Tage unbekannte Menschen mit Geschenken zu beglücken. Auch wenn die Forderung nach kostenlosen E-Books im Internet immer wieder laut wird, wer auf offener Straße kostenlose Bücher verteilt, muss beim Beschenkten häufig zunächst eine tief empfundene Skepsis überwinden. „Nein, danke, keine Zeit“ oder ein pauschal gerauntes „Ich lese nicht!“ sind da unter den reflexartigen Ausflüchten eher die harmlosen Beispiele – eine Erfahrung die Felicitas von Lovenburg im Feuilleton der Frankfurter Allgemeinen Zeitung in wunderbare Worte fasst. Es gibt aber auch Situationen, in denen sich Menschen offenbar bereitwillig ein gutes Buch schenken lassen. Mein persönlicher Geheimtipp: Die Warteschlange vor der Gerhard-Richter-Ausstellung in der Berliner Neuen Nationalgalerie!

Aber auch wenn das eine oder andere Mal ein wenig Überzeugungsgeschick nötig war, gute Bücher zu verschenken, lohnt sich. Davon erzählen allein schon die Rückmeldungen von glücklich Beschenkten, die sich zum Beispiel auf der Facebook-Seite zum Welttag des Buches nachlesen lassen. Und außerdem: Lässt sich nicht auch die Skepsis so mancher Passanten verstehen als Ergebnis der immer noch hohen Wertschätzung des Mediums Buch durch die Leser. Denn das Buch und die viele Arbeit, die darin steckt, sind den Deutschen etwas wert! Und was ist dann von einem Buch zu halten, das nichts kostet …

Wie haben Sie den Welttag des Buches erlebt? Waren Sie selbst als Buchschenker unterwegs, oder wurden Sie sogar beschenkt? Glauben Sie, dass sich durch das Verschenken von Büchern neue Leser gewinnen lassen? Wenn Sie möchten, schreiben Sie mir doch, wie Sie die Aktion bewerten.

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Ein Nachbericht von der Leipziger Buchmesse 2012

Verlage und Aussteller, Bücherfreunde und Fachbesucher, Autoren und Leser, Manga-Fans und Cosplayer und nicht zuletzt die Veranstalter zeigten sich hoch zufrieden mit dem Verlauf der Leipziger Buchmesse vom 14. bis 17. März 2012. Nicht nur die frühlingshaften Temperaturen und der herrliche Sonnenschein, die die große Glashalle in einen Bücherpalast verwandelten, sorgten für gute Stimmung auf dem europaweit größten Lesefest. Mit 163 500 Besuchern wurde das sehr hohe Vorjahresniveau sogar noch einmal leicht überboten.

Wie jedes Jahr trugen während der vier Tage an vielen Veranstaltungsorten der Stadt aber auch in den Messehallen zahlreiche Autoren aus ihren Neuerscheinungen vor. Das Entdecken, Erleben und Erlesen neuer Literatur steht bereits traditionell in Leipzig im Mittelpunkt, was nicht unwesentlich zur großen Beliebtheit des Buchfestes beiträgt. In diesem Zusammenhang gab es dieses Jahr übrigens eine ganz besondere Attraktion. Denn am Freitag wurde unter der Aufsicht eines offiziellen Schiedsrichters ein neuer Weltrekord im „Staffel-Lesen“ aufgestellt. Eingeladen hatte die Online-Bibliothek Skoobe – ein Gemeinschaftsprojekt von Random House, Holtzbrinck und der Bertelsmanntochter Arvato. Der Anbieter einer neuen „App“ zum elektronischen Verleih digitaler Bücher schaffte es tatsächlich, 2012 Menschen zu versammeln, die innerhalb von viereinhalb Stunden, ohne den Lesefluss zu unterbrechen, jeweils einen Satz aus Christopher Paolinis Buch „Eragon – Das Erbe der Macht“ vorlasen – und zwar vom Display eines iPads! Damit sicherte sich das Unternehmen einen Eintrag ins Guinness-Buch der Rekorde und lieferte gleichzeitig einen interessanten Beitrag zur gegenwärtigen Diskussion um Lesegewohnheiten und -qualität im Zeitalter der Digitalisierung ab.

Abgesehen von diesem medienwirksamen Spektakel hatte ich persönlich den Eindruck, dass das Thema elektronisches Publizieren und Onlinecommunities in Leipzig im Vergleich zur letzten Frankfurter Buchmesse verhältnismäßig dezent verhandelt wurde. Zwar stellten sich im sog. „Digitalen Wohnzimmer“ zum zweiten Mal einige interessante Online-Literaturportale vor, das Thema war aber weit weniger präsent als noch im Oktober 2011 in Frankfurt. Einige der größeren Player fehlten ganz, andere hatten relativ sparsame Messeauftritte. Möglicherweise lag das auch an der etwas anders gearteten Schwerpunktsetzung der Leipziger Buchmesse. Während Frankfurt als internationales Branchentreffen natürlich stärker auf interne Trends und Diskurse reagiert, rückt Leipzig den Leser, bzw. die Beziehung zwischen Autor, Verlag und Leser in den Mittelpunkt.

Insofern ist die Buchmesse in der sächsischen Metropole der ideale Ort für Bücherfreunde, um miteinander in Kontakt zu treten. Die vielen Lesungsorte auf der Messe waren gut gefüllt, das Interesse des Publikums groß und die Vielfalt der Autoren unterschiedlichster Art, die man in Leipzig unmittelbar erleben konnte, wie immer beeindruckend.

Selten bieten sich in der literarischen Welt so gute Gelegenheiten, um Neuerscheinungen und die klugen Köpfe, die dahinter stecken kennenzulernen, oder um sich als (angehender) Autor nach Publikationsmöglichkeiten umzusehen. Dazu passend startete in diesem Jahr mit dem Programm „Autoren@Leipzig“ eine spezielle Plattform, die mit einem Fortbildungs- und Netzwerkangebot speziell Autoren auf dem teils unübersichtlichen Publikationsmarkt unterstützen möchte – ein spannender Schritt, vom dem sicherlich in den kommenden Jahren noch zu berichten sein wird.

Was ist nun eigentlich das Besondere an der Leipziger Buchmesse, die bei Publikum und Ausstellern gleichermaßen so hoch im Kurs steht? Nun, nach meinem diesjährigen Eindruck würde ich sagen, dass nirgends sonst im literarischen Leben Leser, Autoren und Buchbrache so unmittelbar zusammenkommen. Zu diesem Gedanken passt vielleicht auch die schöne Tatsache, dass bei der Verleihung des diesjährigen Buchpreises der Leipziger Buchmesse im Bereich Belletristik Publikums-Voting und Jury-Entscheidung übereinstimmten, was durchaus nicht selbstverständlich ist: Beide stimmten für Wolfgang Herrndorfs aktuelles Buch „Sand“, das im Rowohlt Verlag erschienen ist.

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Müssen wir uns vor elektronischen Publikationen in Acht nehmen?

Anfang des Jahres brachte die Nachricht, der Onlinehändler Amazon habe im Januar erstmals mehr E-Books als Paperbacks verkauft, einmal mehr die Buchbranche zum brodeln. Ohne Zweifel, wir befinden uns in einer Umbruchphase, einer Zeit, die mit rasanten technischen und konzeptionellen Innovationen, so manch dringende, manch bange Frage aufwirft – übrigens auch für Autoren. Welche Form des Veröffentlichens ist für ein bestimmtes Anliegen die richtige? Wie und über welche Kanäle erreiche ich die richtige Zielgruppe?

Es gibt viel zu bedenken und viel zu diskutieren in der Buchbranche. Dabei birgt der Umbruch selbstverständlich auch reichlich Spannendes für die Welt des Publizierens. Nie waren die Möglichkeiten, mit einer Botschaft an die Öffentlichkeit zu treten, vielfältiger. Insofern betrachte ich die Neigung der Branche, größtenteils mit Ablehnung oder gar mit Angst auf die entsprechenden Innovationen zu reagieren, mit einer gewissen Verwunderung. Besonders merkwürdig ist dabei der gerne postulierte Antagonismus „elektronisches vs. gedrucktes Buch“, der, angeheizt durch Pressemeldungen wie die eingangs zitierte, gerne in der Berichterstattung ausgebreitet wird. Es gibt meiner Ansicht nach keinen Grund, warum in Zukunft nicht digitale und „analoge“ Publikationsformen gleichberechtigt nebeneinander stehen und sich je nach Genre, Kommunikationsanlass und -ziel sogar sinnvoll ergänzen sollten.

Anlässlich der Berliner Lektionen befasste sich kürzlich der ausgewiesene Internetexperte und -vordenker David Gelernter mit den Auswirkungen der Digitalisierung auf Sprache und Kultur. Gelernter ist Zukunftsforscher und Inhaber eines Lehrstuhls für Computerwissenschaften an der Univerität von Yale. In Publikationen wie „Mirror Worlds“ von 1991 sah er den Aufstieg des World Wide Webs voraus und gilt als Wegbreiter des sog. Cloud Computings. Seinen Vortrag, der in gekürzter und übersetzter Fassung vom Tagesspiegel veröffentlicht wurde, halte ich für sehr lesenswert.

Gelernter befürchtet u. a., das Internet sei inzwischen zu einer „Bedrohung für die Integrität der Sprache geworden.“ Unsere Gesellschaft neige dazu, alles Geschriebene in die Cybershäre zu verschieben. Briefe, Unterhaltungen, Termine, Journalismus, Bücher – alles werde elektronisch publiziert und erzeuge eine Flut an Informationen, die den Menschen schlichtweg überfordere. Infolge der digitalen Revolution werde immer mehr und immer schneller geschrieben, was dazu führe, dass auch schnell und nicht mehr allzu sorgfältig gelesen werde.

An Gelernters Argumentation finde ich vor allem zwei Dinge bemerkenswert. Zum einen zeigt sich, dass hier selbst ein sog. „heavy user“ des Internets Bedenken anmeldet, angesichts der Entwicklung, die unsere Medien- und Kulturlandschaft gegenwärtig erfährt. Finden sich keine geeigneten Steuerungsmechanismen, so befürchtet der amerikanische Forscher einen „Niedergang des Schreibens und Verlegens“ und damit eine existenzielle Bedrohung der Sprache an sich. Deshalb hält er in seinem Vortrag ein Plädoyer für langsameres Denken und Publizieren. Das Tempo zu drosseln und sich bewusst zu gründlichem Schreiben und Lesen zu bekennen, sei der beste Weg, um dieser Bedrohung zu begegnen. Für die Manifestation dieses Bekenntnisses und damit für „das beste Design der westlichen Geschichte“ hält der Internetpionier ausgerechnet das gedruckte Buch, das in seiner Haptik, in seiner Haltbarkeit, kurz in seiner Materialität ein unverzichtbares Kulturgut sei. Natürlich schmeicheln solche Aussagen der Buchmacherseele. Viele der Werte, die in dem Artikel mit dem Buch in Verbindung gebracht werden, halte auch ich für gut und wichtig.

„Das physische Buch fügt dem geschriebenen Wort Gewicht, Substanz und Würde hinzu.“ Dem kann ich mich nur anschließen. Dennoch erstaunt es mich, und damit komme ich zum zweiten Punkt, dass ausgerechnet so ein verdienter Zukunftsforscher beim Thema E-Book in seinen Überlegungen so weit hinter dem Potential des Mediums zurückbleibt. Ich teile nicht Gelernters Befürchtung, dass E-Books in absehbarer Zukunft das gedruckte Buch ersetzen werden. Weder der geringere Preis noch der leichte Transport großer Datenmengen, beispielsweise auf Urlaubsreisen, wird so sehr ins Gewicht fallen, dass Leser dauerhaft und im großen Stile auf die Vorteile physischer Bücher verzichten werden. Eine aktuelle Umfrage in den USA hat im Übrigen ergeben, dass zwar die Zahl der Besitzer eines elektronischen Lesegerätes weiter zugenommen hat, gleichzeitig aber auch der Anteil der erklärten E-Reader-Verzichter gestiegen ist.

Ich bin der Meinung, dass auch in Zukunft Texte in gedruckter, gebundener und ästhetisch aufbereiteter Form geschätzt und gekauft werden. Daneben werden sich aber auch elektronische Publikationsformen etablieren. Dieser Markt ist zu spannend und bietet zu viele neue Möglichkeiten, als dass man sich ihm verweigern könnte. Lesen Sie dazu zum Beispiel meinen Artikel über die Arbeit des „institute for the future of the book“ oder den wunderbaren Gastbeitrag Michael Schikowskis auf börsenblatt.de. Letztlich geht es doch darum, für jedes Publikationsziel die geeignete -form zu finden. Hier gelten für Lehrbücher sicherlich andere Rahmenbedingungen, als für den Abenteuerroman oder einen Reiseführer. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt einen Antagonismus zwischen elektronischem und gedrucktem Buch zu konstruieren, wird für die Suche nach dem jeweils idealen Veröffentlichungsmodell sicherlich nicht zweckdienlich sein. Eine Gefahr für das Kulturgut Buch ist m. E. längst nicht in Sicht, höchstens eine Gefahr für unbewegliche Vorstellungen und starre Strukturen. Davon aber können wir uns zuversichtlich verabschieden, wenn wir flexibel und neugierig bleiben.

Außerdem, so ließe sich mit Schikowski argumentieren, kennen wir im Grunde noch gar nicht den eigentlichen Gegenstand der Diskussion. Denn das E-Book als eigenständige Publikationsform, als eine, die die Möglichkeiten des Mediums ausschöpft und nicht bloß digitalisiertes Surrogat der Druckversion ist, ist noch gar nicht gefunden. Derzeit wird allerdings fieberhaft genau daran gearbeitet. Ein erstes Zwischenergebnis stellt für Schikowski der bei Bastei Entertainment erscheinende digitale Serienroman „Apocalypsis“ dar. Wer mag, kann sich hier eine erste Idee davon verschaffen, was digitale Bücher in Zukunft leisten könnten. Eine weitere, sehr gute Möglichkeit, um ein offenes Ohr für spannnede Innovationen auf dem Publikationsmarkt zu bewahren, stellt selbstverständlich die Leipziger Buchmesse dar, die noch diese Woche ihre Pforten öffnet.

Ich meine, für Büchermacher sowie für alle an Sprache und Büchern Interessierte gilt es, sich die Neugier an den Möglichkeiten, alten wie neuen, zu bewahren und auf dieser Grundlage, für jedes Publikationsziel nach der idealen Umsetzungsmöglichkeit zu suchen. In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern (und allen Schreibenden) eine spannende, interessante und vor allem inspirierende Buchmesse.

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Bei allem theoretischen Nachdenken über Wesen, Alltag und Beweggründe des Autors sollte eines nicht vergessen werden: Der Wandel der Zeit, dem sowohl das (Selbst-) Verständnis des Autoren wie auch das Schreiben an sich unterworfen ist. In dieser Hinsicht möchte ich noch einen kurzen Nachtrag zu den Überlegungen des letzten Beitrags liefern.

Derzeit findet auf Initiative des Vereins Fun-For-Writing e. V. unter dem Titel „Federleicht“ ein offener Schreibwettbewerb statt, an dem jeder teilnehmen kann – und soll. Die Schirmherrschaft übernimmt der Regierende Bürgermeister von Berlin Klaus Wowereit höchstpersönlich. Das Besondere: Der Wettbewerb möchte unter dem Wahlspruch „Das Wichtigste ist der Spaß am Schreiben“ mit einem integrativen Ansatz zeigen, dass Schreiben eine enorm vielschichtige Kulturtechnik ist, zu der alle Menschen befähigt sind, bzw. die wir alle im Grunde fortwährend, teils unbewusst, ausüben. Konsequent nimmt der Wettbewerb ausdrücklich auch Schriftformen mit in den Fokus, die zunächst oft übersehen werden, beschäftigt man sich mit Sprache, Schrift und Literatur. So werden nicht nur Kurzgeschichten, Märchen und Romane prämiert, sondern auch Schriftformen wie SMS, Liedtexte und Briefe. Der Schreibwettbewerb richtet sich zudem ausdrücklich nicht nur an deutsche Staatsbürger, sondern an alle, die sich gerne mit der deutschen Sprache beschäftigen. Einsendeschluss ist der 30. April 2012. Aus den Einsendungen wählt eine prominent besetzte Jury (u. a. mit dem Schriftsteller Wladimir Kaminer, dem Kolumnisten Harald Martenstein, aber auch mit Dr. Motte, dem Gründer der Loveparade) die Sieger aus, welchen eine Reihe von Sach- und Geldpreisen winkt. Die feierliche Verleihung findet Anfang 2013 in der Neuköllner Oper statt, die zu den Sponsoren der Aktion gehört. Nähere Informationen finden sich auf der Website des Schreibwettbewerbs Federleicht.

Das Beispiel dieses Schreibwettbewerbs ist nicht nur deshalb interessant, weil es als ambitionierte und lobenswerte Aktion die Leidenschaft am Schreiben und den produktiven Umgang mit Literatur fördert, sondern weil es die Aufmerksamkeit auf einen Aspekt lenkt, der bei aller Konzentration auf die zukunftsweisende Trends und technische Innovationen gerne zu kurz kommt: Literatur fängt bei den Menschen an. Deren Schreibgewohnheiten, deren Zugang zur Schrift bzw. veränderte Rahmenbedingungen in deren Leben wirken sich ebenso auf die Zukunft des Publizierens aus, wie strategische Überlegungen des Verlagswesens oder drucktechnische Innovationen. Wenn sich alltägliches Schreiben (per SMS, per E-Mail, auf Blogs und in Social Media Anwendungen) in zunehmenden Maße digital abspielt, warum sollte dieses Phänomen dann nicht auch Auswirkungen auf unser Verständnis von Literatur mit sich bringen? Mit anderen Worten, können wir so tun, als ob alltägliches und literarisches Schreiben Sphären ohne gegenseitige Berührungspunkte darstellen? Oder müssen sich gegenwärtige Schreibtechniken nicht zwangsläufig auch in der Literatur unserer Zeit widerspiegeln? Und schließlich: Wer an einem repräsentativen Querschnitt durch die gegenwärtige deutsche Literatur interessiert ist, der sollte nicht allein auf renomierte Literaturpreisverleihungen schauen, sondern ebenso innovative Wettbewerbe wie den hier vorgestellten im Auge behalten.

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Was ist ein Autor? Wo kommt er her und wo will er hin?

Nur sehr oberflächlich betrachtet, sind dies einfache Fragen. Wer das nicht glaubt, der kann z. B. bei Foucault, bei Roland Barthes, bei Heidegger und Benjamin – oder als Einstieg auch auf Wikipedia seitenweise Theoretisches zum Thema lesen. An dieser Stelle möchte ich mich solchen Fragen aber lieber von einer eher praktischen Seite nähern.

Schreiben ist in unserer Gesellschaft unbestreitbar eine äußerst angesehene Tätigkeit. Wer schreibt, dem traut man tief gehende Gedanken zu, der muss etwas zu sagen haben. Autoren sind geistvolle Zeitgenossen, die obendrein auch einen abenteuerlichen Lebenswandel zu genießen wissen. Die entschlossene Hingabe an das Reich von Schönheit und Genuss, die Freunden geistiger Höhenflüge und eine Ahnung von grenzenloser Freiheit – das Leben als Autor, da ist sich der Volksmund sicher, ist jedenfalls viel spannender als der tägliche Gang in die Werkstatt oder ins Büro. Aber ist dem wirklich so? Die Schriftstellerei als Traumberuf? Um sie ranken sich viele romantische Vorstellungen. Die kulissenbetonten Primetime-Fernsehfilme sind voll von den entsprechenden Stereotypen.

Wie aber sieht der Beruf des Autors tatsächlich aus?

Wie sehen Schriftsteller selbst ihren Beruf? Begibt man sich auf die Suche nach Äußerungen von Autoren, sieht das Bild bald viel weniger rosig aus. Friedrich Dürrenmatt etwa findet, als Beruf sei „die Schriftstellerei eine ungemütliche Sache.“ Der Schriftsteller sei zwar frei, müsse aber um diese Freiheit kämpfen, und zwar auf einer wirtschaftlichen Ebene. Wer aber gezwungen sei, beim Schreiben mit einem Auge auf mögliche Absatzzahlen zu schielen, der büße einen gewissen Teil an Freiheit ein. Daniel Kehlmann, der Autor des Bestellers „Die Vermessung der Welt“, bezeichnet seinen eigenen Beruf als seltsam, sogar ein „wenig lächerlich für einen erwachsenen Menschen.“ Sich Geschichten auszudenken, die nie passiert seien, werde von seiner Umwelt häufig nicht als ernst zu nehmende Beschäftigung akzeptiert. Der Schriftsteller als Geschichtenerfinder, als realitätsfliehender Fantast, als Gaukler und Trugbildhauer? Und dann ist da noch Thomas Mann, für den der Schriftsteller ein Mann ist, „dem das Schreiben schwerer fällt als allen anderen Leuten.“

Man könnte also zusammenfassen: Die Schriftstellerei sei, im Gegensatz zu dem weit verbreiteten Klischee, eine schwierige, eine anstrengende Sache. Wolle man als Autor ein Auskommen haben, so sei man nicht nur gezwungen, eigenes ästhetisches Empfinden und künstlerische Freiheit in gewisser Weise wirtschaftlichen Aspekten zu unterwerfen, man komme (vor allem dann, wenn der pekuniäre Ertrag unterhalb der Bestseller-Liga bleibt) zudem in Erklärungsnöte.

Warum, so ließe sich folgernd fragen, entscheiden sich dennoch viele Menschen dafür, ihre Zeit dem Schreiben zu widmen?

Nun, dazu muss zunächst darauf hingewiesen werden, dass die hier vorgestellten Autorenbilder natürlich ganze Bereiche der Publikationswelt ganz außer Acht lassen. Dass auch im Wissenschaftsbereich, im Sachbuchbereich und in der Publizistik gedruckte Texte essentiell sind für Informationsvermittlung und -bewahrung, soll hier nicht thematisiert werden. Dieser Beitrag beschäftigt sich stattdessen in der Hauptsache mit Aspekten der Belletristik. Und selbst hier gilt es genauer hinzusehen. Denn die Gründe, warum sich Menschen dem Schreiben widmen, sind weit vielfältiger, als es bisher anklingen konnte.

Man sollte sich vor Augen halten, dass tatsächlich nur ein geringer Prozentsatz der Autoren vom Schreiben leben kann. Sicher wird niemand ein ansehnliches Autorenhonorar ablehnen. Dennoch sind nicht immer finanzielle Interessen Anlass oder Auslöser des Schreibens. Die primäre Motivation sieht im Grunde häufig anders aus. Manchen Autoren geht es darum, sich mit ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen, andere wollen Ihre Erinnerungen und Erlebnisse für kommende Generationen als Zeitzeugnis bewahren oder ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das Schreiben als Weg, am gesellschaftlichen Diskurs teilzuhaben, an der Meinungsbildung und an einer glücklichen Zukunft mitzuwirken, oder Erlebtes und Durchlittenes aufzuarbeiten – vielen Menschen ist es sowohl inneres Bedürfnis als auch Befriedigung, ihre Gedanken zu Papier zu bringen.

Schließlich darf auch der ästhetische Genuss bei der Kreation von Wortkunstwerken nicht außer Acht gelassen werden. Wer eine spannende Geschichte zu erzählen weiß, wer mit bewegtem Herzen lyrische Bilder für seine Empfindungen findet, der wird nicht fragen nach dem wirtschaftlichen Ertrag, der wird sich nicht schrecken lassen, von den Mühen der Dichtkunst und der wird sich auch nicht abbringen lassen, vom gelegentlichen Unverständnis seiner Mitwelt. „Schriftsteller, das ist nicht nur ein Beruf, sondern die Entscheidung, die Welt als Sprache zu sehen“, sagt der Lyriker und Hörspielautor Günther Eich und bringt damit auf den Punkt, was viele, die sich mit Leidenschaft dem Schreiben widmen, unterzeichnen würden: Die Beschäftigung mit Literatur kann Ausdruck eines Blickwinkels, eines ganz eigenen Zugangs zu und Umgangs mit unserer Umwelt sein. Schreibend erfahren wir die Welt, selbst jene Bereiche, die uns durch vielerlei Beschränkungen im täglichen Alltag verschlossen blieben. In den Worten des Nobelpreisträgers Mario Vargas Llosa: „Die wichtigste Eigenschaft der literarischen Berufung ist vielleicht, daß derjenige, der sie spürt, in der Ausübung seine schönste Belohnung sieht. Diese Belohnung ist viel befriedigender, als es je die Früchte des Erfolgs sein könnten.“

Die Beweggründe für das Schreiben sind so vielfältig wie die Biographien der Autoren.

Viele Autoren erfahren ihre Tätigkeit als tiefe Befriedigung lange bevor die Mühsamkeiten des Schriftstelleralltags zum Tragen kommen und finanzielle Aspekte eine Rolle spielen. Das Schreiben ist Ihnen ein Mittel zur Selbstverwirklichung und eine Erfüllung, für die sie bereit sind, vieles auf sich zu nehmen. In diesem Sinne ist meiner Ansicht nach der Beruf oder besser die Berufung des Autors eine höchst respektable, eine ehrenwerte, eine wahrhaft faszinierende Sache.

Wie geht es Ihnen? Warum schreiben Sie? Finden Sie sich in den hier vorgestellten Autorenbildern wieder, oder haben Sie noch ganz andere, eigene Beweggründe dafür, sich dem Schreiben zu widmen?

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